LEXiVIE
LEXiVIE
Longevity Glossar
A
Zentrale Fachbegriffe aus Longevity, Gesundheit und Wissenschaft
Hinweis
Das LEXiVIE Longevity-Glossar dient der allgemeinen Information und der verständlichen Einordnung wissenschaftlicher und gesundheitsbezogener Begriffe.
Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.
Das Glossar wächst fortlaufend und wird regelmäßig aktualisiert.
So bleiben Sie mit den neuesten Erkenntnissen der Longevity - Wissenschaft verbunden.
Weitere Details finden Sie im Disclaimer des LEXiVIE Longevity-Glossars.
A
AMPK
Adipokine
Autophagie
AMPK
Definiton
AMPK (Adenosinmonophosphat-aktivierte Proteinkinase) ist ein Enzym, das als zentraler Energiesensor der Zelle fungiert. Es überwacht das Verhältnis von AMP zu ATP und wird aktiviert, wenn Energiemangel herrscht. Durch diese Aktivierung initiiert AMPK Prozesse, die Energie erzeugen und gleichzeitig Energieverbrauch senken – ein essenzieller Mechanismus, um zelluläre Stabilität und Überleben zu sichern.
Bedeutung
AMPK ist ein evolutionär konserviertes Enzym, das eine Schlüsselrolle in der Regulation des Energiestoffwechsels spielt. Es fördert katabole Prozesse wie die Fettverbrennung und hemmt anabole, energieverbrauchende Vorgänge wie Fettsäuresynthese oder Proteinsynthese. Dadurch wirkt AMPK als Schaltstelle zwischen Energieaufnahme, -speicherung und -verbrauch.
In der Longevity-Forschung gilt AMPK als zellulärer Vermittler zwischen Lebensstil und Langlebigkeit: Bewegung, Fasten und Kalorienrestriktion aktivieren diesen Signalweg, was zur Stimulierung der Mitochondrienbiogenese, zur Förderung der Autophagie und zur Reduktion oxidativen Stresses beiträgt. Eine anhaltend effiziente AMPK-Aktivität wird mit besserer metabolischer Gesundheit, verbesserter Insulinsensitivität und potenziell verlängertem gesundem Lebensalter in Verbindung gebracht.
Forschungen zwischen 2018 und 2024 deuten darauf hin, dass AMPK auch mit der Hemmung von mTOR interagiert – einem weiteren zentralen Regulator des Zellwachstums –, wodurch ein Gleichgewicht zwischen Energieerzeugung und Zellregeneration entsteht. Dieser Mechanismus macht AMPK zu einem Schlüsselziel in der Prävention altersassoziierter Erkrankungen.
Key Facts
Energiesensor: Erkennt Energiemangel in der Zelle und aktiviert adaptive Stoffwechselprozesse.
Stoffwechselsteuerung: Fördert Fettverbrennung und hemmt energieintensive Synthesevorgänge.
Mitochondrienbiogenese: Unterstützt die Bildung neuer, leistungsfähiger Mitochondrien.
Autophagie: Aktiviert die zelluläre Selbstreinigung und schützt vor Zellschäden.
mTOR-Balance: Wirkt als Gegenspieler des mTOR-Signalwegs und erhält das zelluläre Gleichgewicht.
Longevity-Faktor: Verbindet Ernährung, Bewegung und Fasten mit zellulärer Gesundheit und Lebensverlängerung.
Adipokine
Definition
Adipokine sind hormonähnliche Botenstoffe, die vom Fettgewebe produziert und in den Blutkreislauf abgegeben werden. Sie regulieren Energiehaushalt, Entzündungsprozesse, Insulinsensitivität und Stoffwechselaktivität.
Bedeutung
Fettgewebe ist nicht nur ein passiver Energiespeicher, sondern ein aktives endokrines Organ.
Adipokine beeinflussen zahlreiche Körperfunktionen, darunter Appetitregulation, Blutzuckerkontrolle und Immunantwort.
Zu den wichtigsten gehören Leptin, das das Sättigungsgefühl steuert, Adiponektin, das Entzündungen hemmt und die Insulinsensitivität verbessert, sowie Resistin und Visfatin, die bei Übergewicht entzündliche Prozesse verstärken können.
Ein gesundes Gleichgewicht der Adipokine ist entscheidend für den Stoffwechsel. Chronische Überernährung und viszerales Fett führen zu einem Ungleichgewicht, das Entzündungsalterung, Insulinresistenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt.
In der Longevity-Forschung werden Adipokine als Bindeglied zwischen Ernährung, Körperzusammensetzung und Zellalterung verstanden.
Key Facts
Ursprung: Botenstoffe aus Fettgewebe
Funktion: Regulieren Hunger, Energiehaushalt, Entzündung
Wichtige Vertreter: Leptin, Adiponektin, Resistin, Visfatin
Risiken: Ungleichgewicht fördert chronische Entzündung und Stoffwechselstörungen
Longevity-Aspekt: Ausgewogene Adipokinaktivität schützt vor Entzündungsalterung und metabolischem Stress
Autophagie
Definition
Autophagie ist ein natürlicher Selbstreinigungsprozess der Zellen. Dabei werden beschädigte oder überflüssige Zellbestandteile in Vesikeln eingeschlossen, abgebaut und ihre Bausteine recycelt. Der Begriff stammt aus dem Griechischen („autos“ = selbst, „phagein“ = essen) und bedeutet wörtlich „Selbstverdauung“.
Bedeutung
Autophagie ist ein fundamentaler Mechanismus der Zellgesundheit und fungiert wie ein internes Recyclingprogramm. Durch den kontrollierten Abbau defekter Proteine, beschädigter Mitochondrien und anderer Zellreste sorgt sie für die Aufrechterhaltung der zellulären Funktion und Stabilität.
Wird dieser Prozess gehemmt oder zu selten aktiviert, können sich schädliche Stoffwechselprodukte anhäufen – ein Zustand, der mit der Entstehung von Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Typ-2-Diabetes und bestimmten Krebsarten assoziiert ist.
Autophagie wird vor allem durch Energiemangel, Bewegung, Schlaf, Fasten oder kurzfristige zelluläre Stressreize ausgelöst, die über die Aktivierung von AMPK und die Hemmung des mTOR-Signalwegs vermittelt werden.
Eine ausgewogene, rhythmisch aktivierte Autophagie gilt heute als zentraler Faktor für Zellregeneration, Stoffwechselbalance und gesundes Altern. Studien deuten darauf hin, dass sie wesentlich zur Verlängerung der sogenannten Gesundheitsspanne beiträgt – also jener Lebensjahre, in denen der Körper vital, widerstandsfähig und funktionsfähig bleibt.
Key Facts
Zellreinigung: Entfernt beschädigte Zellbestandteile und recycelt sie zu neuen Bausteinen.
Aktivierung: Wird durch Fasten, Bewegung, Nährstoffmangel und kurzfristigen Energiestress ausgelöst.
Gleichgewicht: Sowohl zu geringe als auch übermäßige Aktivierung kann die Zellfunktion stören.
Gesundheitsrelevanz: Dysregulierte Autophagie steht im Zusammenhang mit neurodegenerativen, metabolischen und onkologischen Erkrankungen.
Longevity-Faktor: Regelmäßige, moderate Aktivierung unterstützt Zellreparatur, Energieeffizienz und verlängert die Gesundheitsspanne.
Hinweis
Das LEXiVIE Longevity-Glossar dient der allgemeinen Information und der verständlichen Einordnung wissenschaftlicher und gesundheitsbezogener Begriffe.
Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.
Das Glossar wächst fortlaufend und wird regelmäßig aktualisiert.
So bleiben Sie mit den neuesten Erkenntnissen der Longevity - Wissenschaft verbunden.
Weitere Details finden Sie im Disclaimer des LEXiVIE Longevity-Glossars.