LEXiVIE
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Longevity Glossar
M
Zentrale Fachbegriffe aus Longevity, Gesundheit und Wissenschaft
Hinweis
Das LEXiVIE Longevity-Glossar dient der allgemeinen Information und der verständlichen Einordnung wissenschaftlicher und gesundheitsbezogener Begriffe.
Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.
Das Glossar wächst fortlaufend und wird regelmäßig aktualisiert.
So bleiben Sie mit den neuesten Erkenntnissen der Longevity - Wissenschaft verbunden.
Weitere Details finden Sie im Disclaimer des LEXiVIE Longevity-Glossars.
M
Melatonin
Metformin
Mitochondrien
Mitochondrienbiogenese
Myokine
mTOR
Melatonin
Definition
Melatonin ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse (Epiphyse) gebildet wird und den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Es wird vor allem nachts ausgeschüttet und gilt als eines der stärksten endogenen Antioxidantien.
Bedeutung
Melatonin reguliert den zirkadianen Rhythmus – also die innere Uhr des Körpers.
Seine Ausschüttung wird durch Dunkelheit gefördert und durch Licht, besonders blaues Licht am Abend, gehemmt.
Neben der Schlafregulation beeinflusst Melatonin auch die Mitochondrienaktivität, den Zellschutz und die DNA-Reparatur.
Es neutralisiert freie Radikale, reduziert Entzündungen und stabilisiert die Homöostase des Nervensystems.
Mit zunehmendem Alter sinkt die körpereigene Melatoninproduktion, was Schlafqualität, Immunbalance und Zellregeneration beeinträchtigen kann.
In der Longevity-Forschung gilt Melatonin daher als molekulares Bindeglied zwischen Schlaf, Zellschutz und gesunder Alterung.
Key Facts
Funktion: Reguliert Schlaf-Wach-Rhythmus und Zellschutz.
Produktion: In der Zirbeldrüse, stimuliert durch Dunkelheit.
Effekte: Antioxidativ, entzündungshemmend, DNA-schützend.
Alterung: Spiegel sinken mit dem Lebensalter.
Longevity-Aspekt: Essenziell für Schlaf, Regeneration & Zellbalance.
Metformin
Definition
Metformin ist ein orales Antidiabetikum, das die Glukoseproduktion in der Leber (hepatische Glukoneogenese) senkt und die Insulinsensitivität erhöht. Es zählt zu den am besten untersuchten Medikamenten in der Therapie des Typ-2-Diabetes mellitus und gilt als Erstlinientherapeutikum.
Bedeutung
Metformin beeinflusst mehrere zentrale Stoffwechselwege, darunter die Aktivierung von AMPK und die indirekte Hemmung des mTOR-Signalwegs. Dadurch werden Energieeffizienz, Fettstoffwechsel und zelluläre Stressresistenz verbessert, während oxidativer und entzündlicher Stress abnimmt.
Neben seiner antidiabetischen Wirkung rückt Metformin zunehmend in den Fokus der Longevity-Forschung. Beobachtungsstudien und präklinische Modelle deuten darauf hin, dass es Mechanismen modulieren kann, die auch im Alterungsprozess eine Rolle spielen – etwa Mitochondrienfunktion, Autophagie und Entzündungsregulation.
Die Übertragbarkeit dieser Befunde auf gesunde Menschen ohne Diabetes ist jedoch bislang nicht abschließend belegt. Der TAME-Trial („Targeting Aging with Metformin“) untersucht derzeit, ob Metformin die Alterungsrate und altersassoziierte Krankheitsrisiken beim Menschen beeinflussen kann.
Trotz vielversprechender Daten bleibt Metformin ein verschreibungspflichtiges Medikament mit etabliertem Nutzen bei Diabetes, nicht jedoch ein zugelassenes Longevity-Arzneimittel.
Key Facts
Stoffwechselregulation: Senkt die hepatische Glukoseproduktion und verbessert die Insulinantwort.
AMPK-Signal: Aktiviert zelluläre Energiesparwege und fördert metabolische Resilienz.
mTOR-Modulation: Wirkt anaboler Überaktivierung entgegen und stabilisiert Energiehaushalt und Zellbalance.
Entzündungsdämpfung: Reduziert oxidativen Stress und niedriggradige Inflammation.
Longevity-Potenzial: Tier- und Kohortenstudien zeigen Hinweise auf gesundheitsverlängernde Effekte; prospektive Evidenz beim Menschen steht aus.
Forschung & Grenzen: TAME-Trial prüft alterungsrelevante Endpunkte; Einsatz bei Gesunden nicht empfohlen (ggf. Nebenwirkungen wie B12-Abfall, GI-Beschwerden).
Mitochondrien
Definition
Mitochondrien sind die Energiezentren der Zelle. Sie wandeln Nährstoffe über die sogenannte Atmungskette in ATP (Adenosintriphosphat) um – den universellen Energieträger des Körpers.
Bedeutung
Neben der Energieproduktion regulieren Mitochondrien zahlreiche Prozesse wie Zelltod (Apoptose), Stoffwechselsteuerung, Entzündungsregulation und Signalübertragung.
Mit zunehmendem Alter nimmt ihre Zahl und Leistungsfähigkeit ab – ein Prozess, der als Mitochondriale Dysfunktion bezeichnet wird und zu Energieverlust, oxidativem Stress und Zellalterung beiträgt.
Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Schlaf, Kälte- und Hitzereize, Fasten und nährstoffreiche Ernährung fördern die Mitochondrienbiogenese, also die Neubildung von Mitochondrien.
Substanzen wie Coenzym Q10, NAD⁺, PQQ, Carnitin und Alpha-Liponsäure werden ebenfalls als mitochondriale Supporter untersucht.
Gesunde Mitochondrien gelten als Grundlage für zelluläre Jugend, Vitalität und geistige Leistungsfähigkeit – sie sind das biologische Herzstück jeder Longevity-Strategie.
Key Facts
Funktion: Produzieren ATP – die Energieeinheit der Zellen.
Rolle: Steuern Zellstoffwechsel, Apoptose, Entzündungsprozesse.
Alterung: Mitochondriale Dysfunktion = Energiemangel & Zellstress.
Förderung: Bewegung, Fasten, Kälte/Wärme, Schlaf, Nährstoffe.
Longevity-Aspekt: Zentrale Quelle für Energie, Resilienz & Zellschutz.
Mitochondrienbiogenese
Definition
Mitochondrienbiogenese bezeichnet den zellulären Prozess der Neubildung und Vermehrung von Mitochondrien.
Sie sorgt dafür, dass Zellen ihre Energieversorgung an wechselnde Anforderungen anpassen können – etwa durch Bewegung, Fasten oder Umweltreize.
Bedeutung
Die Fähigkeit, neue Mitochondrien zu bilden, ist entscheidend für Energieeffizienz, Zellregeneration und Stoffwechselgesundheit.
Zentraler Regulator ist das Protein PGC-1α (Peroxisome Proliferator-Activated Receptor Gamma Coactivator 1-alpha), das durch AMPK und Sirtuin-1 (SIRT1) aktiviert wird.
Diese Signalwege reagieren auf Energiemangel, Bewegung, Kälte oder Nährstoffreduktion – typische hormetische Reize.
Eine aktive Mitochondrienbiogenese verbessert die ATP-Produktion, verringert oxidativen Stress und erhöht die Resilienz gegenüber Alterungsprozessen.
Mit zunehmendem Alter nimmt die Aktivität dieser Signalwege ab, was zur mitochondrialen Dysfunktion beiträgt – ein zentrales Kennzeichen biologischer Alterung.
Ziel vieler Longevity-Strategien ist daher, die Mitochondrienbiogenese durch Lebensstil, Nährstoffe und zirkadiane Balance gezielt zu stimulieren.
Key Facts
Definition: Neubildung und Vermehrung von Mitochondrien.
Regulatoren: PGC-1α, AMPK, SIRT1.
Stimuli: Bewegung, Fasten, Kälte, Nährstoffmangel.
Wirkung: Steigert Energieeffizienz, Zellschutz und Regeneration.
Longevity-Aspekt: Erhält mitochondriale Jugend und Zellleistungsfähigkeit.
Myokine
Definition
Myokine sind hormonähnliche Botenstoffe, die während der Muskelkontraktion freigesetzt werden. Sie dienen der Kommunikation zwischen Muskulatur und anderen Organen wie Leber, Fettgewebe, Gehirn und Immunsystem.
Bedeutung
Beim Training wirken Muskeln nicht nur als mechanisches Organ, sondern auch als endokrines System.
Die freigesetzten Myokine steuern Entzündungsreaktionen, fördern die Glukoseaufnahme, regulieren Fettverbrennung und unterstützen die Bildung neuer Mitochondrien.
Zu den bekanntesten gehören Irisin, Interleukin-6 (IL-6) in seiner antiinflammatorischen Form, BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) und Myostatin als Gegenspieler, der Muskelwachstum hemmt.
Regelmäßige Bewegung, insbesondere Ausdauer- und Krafttraining, erhöht die Produktion günstiger Myokine und wirkt wie eine systemische „Medizin“ für Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System und Gehirn.
In der Longevity-Forschung gelten Myokine als entscheidende Vermittler zwischen Muskelaktivität, Entzündungsregulation und gesunder Zellalterung.
Key Facts
Ursprung: Hormonähnliche Signalstoffe aus der Muskulatur
Funktion: Regulieren Entzündungen, Fettstoffwechsel und Zellenergie
Wichtige Vertreter: Irisin, IL-6, BDNF, Myostatin
Aktivierung: Durch Bewegung, Krafttraining, Ausdauerbelastung
Longevity-Aspekt: Myokine verbinden körperliche Aktivität mit Zellschutz und gesunder Langlebigkeit
mTOR
Definition
mTOR (mechanistic Target of Rapamycin) ist ein Enzymkomplex, der als zentrale Schaltstelle für Zellwachstum, Stoffwechsel und Energiehaushalt fungiert.
Er entscheidet, ob Zellen Ressourcen in Wachstum, Teilung oder Erhalt investieren.
Der mTOR-Signalweg reagiert empfindlich auf Nährstoffe, Insulin, Aminosäuren und Wachstumsfaktoren.
Bedeutung
mTOR gehört zu den wichtigsten Regulatoren des zellulären Lebenszyklus.
Bei ausreichender Energie aktiviert er anabole Prozesse wie Proteinsynthese, Zellwachstum und Gewebeaufbau.
Wird Energie knapp – etwa durch Fasten, Bewegung oder Stressreize – wird mTOR gehemmt.
Das löst Autophagie, also die zelluläre Selbstreinigung, aus und stärkt Regeneration und Langlebigkeit.
In der Longevity-Forschung gilt mTOR als Schlüsselfaktor des Alterns:
Eine dauerhafte Überaktivierung durch Überernährung oder chronischen Insulinreiz fördert Entzündungen, Zellstress und beschleunigtes Altern.
Eine gezielte Hemmung, etwa durch Fasten, Kalorienrestriktion oder Substanzen wie Rapamycin, aktiviert dagegen Reparaturprogramme und kann die Gesundheitsspanne verlängern.
Das dynamische Gleichgewicht zwischen mTOR und AMPK bestimmt, ob Zellen wachsen oder sich regenerieren – ein zentraler Mechanismus für metabolische Balance und gesunde Alterung.
Key Facts
Funktion: Regelt Zellwachstum, Energiehaushalt und Proteinsynthese.
Nährstoffsensor: Aktiv bei Energie- und Aminosäureüberschuss.
Autophagie: Wird mTOR gehemmt, setzt zelluläre Reinigung ein.
Longevity-Faktor: Überaktivierung beschleunigt, Hemmung verlangsamt Altern.
Signalbalance: mTOR ↔ AMPK steuern Wachstum vs. Erhalt.
Forschung: Rapamycin, Fasten und Proteinreduktion modulieren mTOR.
Hinweis
Das LEXiVIE Longevity-Glossar dient der allgemeinen Information und der verständlichen Einordnung wissenschaftlicher und gesundheitsbezogener Begriffe.
Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.
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