LEXiVIE
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Longevity Glossar
R
Zentrale Fachbegriffe aus Longevity, Gesundheit und Wissenschaft
Hinweis
Das LEXiVIE Longevity-Glossar dient der allgemeinen Information und der verständlichen Einordnung wissenschaftlicher und gesundheitsbezogener Begriffe.
Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.
Das Glossar wächst fortlaufend und wird regelmäßig aktualisiert.
So bleiben Sie mit den neuesten Erkenntnissen der Longevity - Wissenschaft verbunden.
Weitere Details finden Sie im Disclaimer des LEXiVIE Longevity-Glossars.
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RNA
ROS
Rapamycin
Resveratrol
RNA
Definition
RNA (Ribonukleinsäure) ist ein Molekül, das genetische Information aus der DNA überträgt und in der Zelle als Vorlage für die Proteinsynthese dient. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Genexpression und Zellregulation.
Bedeutung
Es existieren verschiedene RNA-Typen: mRNA (Boten-RNA), tRNA (Transfer-RNA), rRNA (ribosomale RNA) und regulatorische Formen wie miRNA oder siRNA.
Diese kleinen RNA-Moleküle können die Genaktivität gezielt steuern, indem sie die Übersetzung bestimmter Gene blockieren oder fördern.
In der Longevity-Forschung wird RNA zunehmend als Werkzeug und Indikator verstanden – etwa zur Messung epigenetischer Veränderungen oder in RNA-basierten Therapien, die Zellregeneration und Immunmodulation fördern könnten.
Key Facts
Funktion: Überträgt genetische Information und steuert Genexpression
Arten: mRNA, tRNA, rRNA, miRNA, siRNA
Rolle: Reguliert Proteinbildung und Zellkommunikation
Forschung: RNA-Technologien in Diagnostik und regenerativer Medizin
Longevity-Aspekt: Regulation von Genaktivität als Schlüssel der Zellverjüngung
ROS
Definition
Reactive Oxygen Species (ROS) sind hochreaktive Sauerstoffverbindungen, die als Nebenprodukte des Zellstoffwechsels entstehen. In moderater Menge sind sie wichtige Signalmoleküle, in Übermaß führen sie jedoch zu oxidativem Stress und Zellschäden.
Bedeutung
ROS entstehen hauptsächlich in den Mitochondrien während der Energieproduktion.
Sie sind notwendig, um Signalwege zu aktivieren, Immunreaktionen zu steuern und Anpassungsprozesse auszulösen.
Ein Überschuss an ROS – etwa durch Umweltgifte, UV-Strahlung oder ungesunde Ernährung – schädigt Lipide, Proteine und DNA.
Der Körper nutzt Enzyme wie Superoxiddismutase, Katalase und Glutathionperoxidase, um ROS zu neutralisieren.
In der Longevity-Forschung wird betont, dass nicht jede ROS-Produktion negativ ist: Ein kontrolliertes Maß fördert sogar Zellresilienz – ein Prinzip, das als „Mitohormesis“ bezeichnet wird.
Key Facts
Bedeutung: Reaktive Sauerstoffmoleküle aus dem Zellstoffwechsel
Funktion: Signalübertragung, Immunantwort, Anpassung
Risiko: Überschuss führt zu oxidativem Stress und DNA-Schäden
Schutz: Antioxidative Enzyme und pflanzliche Schutzstoffe
Longevity-Aspekt: Balance zwischen ROS-Produktion und Abwehr entscheidend
Rapamycin
Definition
Rapamycin (auch Sirolimus) ist eine natürliche Substanz, die ursprünglich aus dem Bakterium Streptomyces hygroscopicus isoliert wurde.
Es wirkt als selektiver Hemmstoff des Enzyms mTOR (mechanistic Target of Rapamycin) und beeinflusst dadurch Zellwachstum, Stoffwechsel und Alterungsprozesse.
Bedeutung
Rapamycin wurde zunächst als Immunsuppressivum eingesetzt, insbesondere nach Organtransplantationen, da es die Aktivierung von T-Zellen hemmt.
In der Longevity-Forschung hat der Wirkstoff jedoch eine neue Bedeutung gewonnen:
Durch die gezielte Hemmung des mTOR-Signalwegs verlangsamt Rapamycin zelluläre Alterungsprozesse, reduziert oxidativen Stress und aktiviert Autophagie – die natürliche Selbstreinigung der Zellen.
Tierstudien zeigen, dass Rapamycin die Lebensspanne von Mäusen, Fliegen und Hefen verlängern kann.
Beim Menschen untersucht man derzeit, ob niedrig dosierte, intermittierende Anwendungen ähnliche Effekte auf Gesundheitsspanne und Immunalterung haben.
Die Herausforderung besteht darin, zwischen therapeutischer Wirkung und Immunsuppression zu balancieren, da hohe Dosen unerwünschte Nebenwirkungen verursachen können.
Rapamycin gilt heute als eines der vielversprechendsten pharmakologischen Longevity-Moleküle, das den Alterungsprozess gezielt auf zellulärer Ebene modulieren könnte.
Key Facts
Wirkstoffklasse: mTOR-Inhibitor (Sirolimus).
Ursprung: Isoliert aus Streptomyces hygroscopicus (Osterinsel „Rapa Nui“).
Wirkung: Hemmt Zellwachstum, aktiviert Autophagie, reduziert Zellstress.
Forschung: Verlängert Lebensspanne in Tiermodellen.
Risiken: Immunsuppression, Stoffwechselstörungen bei Langzeitanwendung.
Longevity-Aspekt: Potentieller Wirkstoff zur Modulation biologischer Alterung.
Resveratrol
Definition
Resveratrol ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Polyphenole, der vor allem in roten Trauben, Beeren, Erdnüssen und Rotwein vorkommt. Es wird mit zellulären Schutzmechanismen, Entzündungshemmung und einer verbesserten Stressresistenz in Verbindung gebracht.
Bedeutung
Resveratrol aktiviert Sirtuine und AMPK, hemmt mTOR und unterstützt so Prozesse, die mit Fasten, Kalorienrestriktion und zellulärer Reparatur vergleichbar sind.
Es wirkt antioxidativ, stabilisiert Mitochondrien und verbessert die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems.
In der Longevity-Forschung gilt Resveratrol als sogenannter Caloric-Restriction-Mimetic – also als Substanz, die ähnliche Effekte wie Fasten auslösen kann, ohne den Kalorienverbrauch zu senken.
Die Wirksamkeit hängt stark von Bioverfügbarkeit und Dosis ab; Kombinationen mit anderen Polyphenolen oder Piperin können die Aufnahme verbessern.
Key Facts
Kategorie: Polyphenol mit antioxidativen und hormetischen Effekten
Quellen: Trauben, Beeren, Erdnüsse, Rotwein
Wirkung: Aktiviert Sirtuine, hemmt mTOR, stärkt Mitochondrien
Forschung: Caloric-Restriction-Mimetic mit Zellschutzwirkung
Longevity-Aspekt: Unterstützt Autophagie, Herzgesundheit und Zellregeneration
Hinweis
Das LEXiVIE Longevity-Glossar dient der allgemeinen Information und der verständlichen Einordnung wissenschaftlicher und gesundheitsbezogener Begriffe.
Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.
Das Glossar wächst fortlaufend und wird regelmäßig aktualisiert.
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Weitere Details finden Sie im Disclaimer des LEXiVIE Longevity-Glossars.