LEXiVIE
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Longevity Glossar
E
Zentrale Fachbegriffe aus Longevity, Gesundheit und Wissenschaft
Hinweis
Das LEXiVIE Longevity-Glossar dient der allgemeinen Information und der verständlichen Einordnung wissenschaftlicher und gesundheitsbezogener Begriffe.
Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.
Das Glossar wächst fortlaufend und wird regelmäßig aktualisiert.
So bleiben Sie mit den neuesten Erkenntnissen der Longevity - Wissenschaft verbunden.
Weitere Details finden Sie im Disclaimer des LEXiVIE Longevity-Glossars.
E
Energiehomöostase
Entzündung
Epigenetik
Exosomen
Energiehomöostase
Definition
Energiehomöostase beschreibt das Gleichgewicht zwischen Energieaufnahme, Speicherung und Verbrauch auf Zellebene und im gesamten Organismus. Sie gewährleistet, dass jede Zelle ausreichend Energie zur Verfügung hat, ohne in Überlastung oder Mangel zu geraten.
Bedeutung
Zellen gewinnen Energie überwiegend in Form von ATP (Adenosintriphosphat) durch die Aktivität der Mitochondrien.
Wird zu viel Energie zugeführt oder zu wenig verbraucht, entstehen oxidativer Stress und metabolische Dysbalancen, die Zellalterung und chronische Krankheiten fördern.
Kernregulatoren der Energiehomöostase sind die Enzyme AMPK, mTOR und Sirtuine – sie reagieren empfindlich auf Nährstoffverfügbarkeit, Bewegung, Fasten und Temperaturreize.
Eine stabile Energiehomöostase ist entscheidend für Zellreparatur, Autophagie, Hormonausgleich und Stressresistenz.
In der Longevity-Forschung gilt sie als biochemischer Schlüssel, um metabolische Flexibilität und zelluläre Regeneration langfristig zu erhalten.
Key Facts
Definition: Dynamisches Gleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -verbrauch.
Zentrale Enzyme: AMPK, mTOR, Sirtuine.
Funktion: Reguliert Stoffwechsel, Zellreparatur und Stressantwort.
Störung: Energieüberschuss fördert Alterung und Entzündung.
Longevity-Bezug: Fasten, Bewegung und Schlaf stabilisieren Energiehomöostase.
Entzündung
Definition
Entzündung (Inflammation) ist eine natürliche, komplexe Reaktion des Immunsystems auf schädigende Reize wie Infektionen, Verletzungen oder Toxine. Ziel ist die Beseitigung von Schadfaktoren und die Wiederherstellung der Gewebeintegrität.
Bedeutung
Akute Entzündungen sind kurzfristig und lebenswichtig: Sie aktivieren Immunzellen, erhöhen die Durchblutung und fördern Heilungsprozesse.
Chronische, niedriggradige Entzündungen dagegen – auch als „Silent Inflammation“ oder „Inflammaging“ bezeichnet – verlaufen dauerhaft auf niedrigem Niveau und gelten als einer der Haupttreiber biologischer Alterung.
Sie entstehen durch oxidativen Stress, Dysbiose, Übergewicht, Schlafmangel, Umweltgifte oder anhaltenden psychischen Stress.
Das Gleichgewicht zwischen pro- und antiinflammatorischen Signalwegen (u. a. über Zytokine, NF-κB, Nrf2) bestimmt, ob Entzündung heilend oder schädlich wirkt.
In der Longevity-Forschung gilt die gezielte Regulation dieser Prozesse als zentraler Ansatz, um Zellschäden zu reduzieren und die Gesundheitsspanne zu verlängern.
Key Facts
Physiologische Funktion: Schutz- und Reparaturreaktion des Immunsystems.
Chronische Form: Dauerhafte Entzündung fördert Altern und Krankheiten.
Molekulare Akteure: Zytokine, NF-κB, Nrf2, oxidative Stressachsen.
Einflussfaktoren: Ernährung, Bewegung, Mikrobiom, Stress, Schlaf.
Longevity-Aspekt: Entzündungsreduktion = Schlüsselstrategie für gesundes Altern.
Epigenetik
Definition
Epigenetik bezeichnet die Veränderung der Genaktivität ohne Änderung der DNA-Sequenz. Sie umfasst Mechanismen wie DNA-Methylierung, Histonmodifikationen und nicht-kodierende RNA-Regulation, die bestimmen, ob Gene ein- oder ausgeschaltet sind – vergleichbar mit einem „Software-Layer“ über der genetischen Hardware.
Bedeutung
Epigenetische Prozesse steuern zentrale zelluläre Funktionen wie DNA-Reparatur, Zellteilung, Stoffwechsel, Entzündungsreaktionen und Alterung. Mit zunehmendem Alter nimmt die Präzision epigenetischer Steuerung ab – die DNA-Methylierungsmuster verändern sich, Histonmodifikationen verschieben sich und die epigenetische Homöostase gerät ins Wanken.
So zeigen aktuelle Studien: Eine höhere epigenetische Alterungsrate („epigenetic age acceleration“) korreliert mit geringerer Wahrscheinlichkeit, ein hohes Alter mit guter Mobilität und Kognition zu erreichen. JAMA Network
Weiterhin belegen Übersichten, dass Lebensstilmaßnahmen – wie Ernährung, Bewegung, Schlafhygiene und Stressmanagement – gezielt epigenetische Marker beeinflussen können.
In der Longevity-Forschung gilt die Epigenetik somit als einer der zentralen Vermittler zwischen Umwelt, Lebensstil und genetischem Potenzial – sie verbindet die Zell- und Molekülebene mit der Frage der Gesundheitsspanne und des biologischen Alterns.
Key Facts
Genregulation ohne Mutation: Epigenetik steuert, welche Gene ein- oder ausgeschaltet sind – ohne die DNA selbst zu verändern.
Altersbezug: Veränderungen in epigenetischen Markern (z. B. DNA-Methylierung) sind mit Zell- und Organalterung sowie verringertem Überleben verbunden.
Biomarker: Epigenetische Uhren („epigenetic clocks“) messen das biologische Alter und erlauben Prognosen über Gesundheit und Lebensspanne.
Lebensstil-Modulierbar: Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressmanagement können epigenetische Prozesse beeinflussen und damit Zellgesundheit fördern.
Therapiepotenzial: Ansätze zur epigenetischen Reprogrammierung – z. B. über Histon-Deacetylase-Inhibitoren oder Lebensstil-Interventionen – sind vielversprechend für die Langlebigkeitsforschung.
Exosomen
Definition
Exosomen sind winzige, membranumhüllte Vesikel (30–150 nm), die von nahezu allen Zelltypen freigesetzt werden. Sie dienen als Transportvehikel für Proteine, Lipide und RNA-Moleküle und ermöglichen die Kommunikation zwischen Zellen über weite Distanzen hinweg.
Bedeutung
Exosomen spielen eine zentrale Rolle in der zellulären Signalübertragung. Sie können Reparaturprozesse aktivieren, Immunantworten modulieren und Entzündungen regulieren.
Ihre Zusammensetzung spiegelt den Zustand der Ursprungszelle wider – daher gelten Exosomen zunehmend als biologische Marker für Gesundheit, Krankheit und Alterungsprozesse.
Aktuelle Forschung untersucht, wie sich Exosomen therapeutisch nutzen lassen, z. B. zur Geweberegeneration, Krebsdiagnostik oder Anti-Aging-Behandlung.
In der Longevity-Forschung werden sie als zelluläre „Boten der Verjüngung“ betrachtet, da junge Zellen über Exosomen Signale aussenden, die alternde Zellen positiv beeinflussen können.
Gleichzeitig wird untersucht, wie oxidativer Stress und Alter die Exosomen-Qualität verändern und damit Regeneration und Kommunikation beeinträchtigen.
Key Facts
Struktur: Kleine, von einer Lipidmembran umgebene Vesikel (30–150 nm).
Funktion: Transport von Proteinen, Lipiden und RNA zwischen Zellen.
Biomarker: Spiegeln zellulären Zustand und Alterungsprozesse wider.
Forschung: Potenzial in Regeneration, Diagnostik und Anti-Aging-Therapie.
Longevity-Aspekt: Junge Exosomen fördern Zellkommunikation und Regeneration.
Hinweis
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Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.
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