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LEXiVIE

Longevity Glossar

S

Zentrale Fachbegriffe aus Longevity, Gesundheit und Wissenschaft

Hinweis


Das LEXiVIE Longevity-Glossar dient der allgemeinen Information und der verständlichen Einordnung wissenschaftlicher und gesundheitsbezogener Begriffe.
Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.

Das Glossar wächst fortlaufend und wird regelmäßig aktualisiert.

So bleiben Sie mit den neuesten Erkenntnissen der Longevity - Wissenschaft verbunden.

Weitere Details finden Sie im Disclaimer des LEXiVIE Longevity-Glossars.

S

Seneszente Zellen

Sirtuine

Spermidin

Stammzellen

Stressresilienz

Seneszente Zellen

Definition
Seneszente Zellen sind Zellen, die ihre Teilungsfähigkeit dauerhaft verloren haben, aber weiterhin im Gewebe verbleiben. Sie entstehen als Schutzmechanismus, um die Entstehung von Krebs zu verhindern, können jedoch langfristig schädliche Prozesse auslösen.


Bedeutung
Im jungen Organismus werden seneszente Zellen durch das Immunsystem regelmäßig entfernt. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Fähigkeit ab, und die Zellen beginnen, entzündungsfördernde Botenstoffe (SASP – Senescence-Associated Secretory Phenotype) auszuschütten.
Diese chronisch niedrige Entzündungsaktivität trägt zur Gewebealterung, zum Verlust von Regenerationsfähigkeit und zur Entstehung altersbedingter Krankheiten bei.
In der Longevity-Forschung gelten seneszente Zellen als eine der zentralen Ursachen biologischer Alterung. Senolytische Substanzen wie Quercetin, Fisetin oder Dasatinib werden untersucht, um solche Zellen gezielt zu entfernen und Gewebeverjüngung zu fördern.


Key Facts

  • Funktion: Zellzyklus-Stopp als Schutz vor unkontrollierter Teilung

  • Problem: Anreicherung führt zu Entzündungen und Gewebeschäden

  • Signalstoffe: SASP-Faktoren fördern Alterungsprozesse

  • Therapieansatz: Senolytika entfernen alternde Zellen

  • Longevity-Aspekt: Reduktion seneszenter Zellen verlangsamt biologische Alterung

Sirtuine

Definition

Sirtuine sind eine Familie von Enzymen, die als NAD⁺-abhängige Deacetylasen fungieren. Sie regulieren fundamentale zelluläre Prozesse wie DNA-Reparatur, Stoffwechsel, Entzündungsreaktionen und Alterung. Aufgrund ihrer zentralen Rolle bei der Aufrechterhaltung der Zellgesundheit werden sie häufig als „Langlebigkeitsregulatoren“ bezeichnet.


Bedeutung

Sirtuine wirken als molekulare Schalter, die den Energiezustand der Zelle erfassen und adaptive Mechanismen aktivieren. Ihre Aktivität hängt von der Verfügbarkeit des Coenzyms NAD⁺ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ab – einem zentralen Molekül des Energiestoffwechsels.
Über diese Verbindung steuern Sirtuine essenzielle Prozesse wie die Mitochondrienfunktion, Genexpression, Apoptose und Autophagie. Sie tragen dazu bei, Zellschäden zu begrenzen, Energie effizienter zu nutzen und Stressresistenz aufzubauen.
In der Longevity-Forschung gelten Sirtuine als Schlüsselmechanismus für gesundes Altern: Studien zeigen, dass sie durch Kalorienrestriktion, intermittierendes Fasten und körperliche Aktivität aktiviert werden können. Diese Reize fördern die NAD⁺-Produktion und steigern damit die Sirtuinaktivität.
Besonders SIRT1, SIRT3 und SIRT6 werden intensiv erforscht, da sie mit verbessertem Energiestoffwechsel, Schutz vor DNA-Schäden und erhöhter Lebensspanne in Verbindung gebracht werden.


Key Facts

  • Zellregulation: Steuern Genexpression, Zellzyklus und DNA-Reparaturprozesse.

  • Energiehomöostase: Aktivität ist eng an die NAD⁺-Verfügbarkeit gekoppelt – einen zentralen Energiesensor der Zelle.

  • Mitochondrienfunktion: Unterstützen Aufbau und Effizienz der „Kraftwerke der Zelle“.

  • Stressresistenz: Erhöhen die zelluläre Anpassungsfähigkeit an oxidativen und metabolischen Stress.

  • Entzündungshemmung: Dämpfen chronische Entzündungsprozesse, die mit Alterung und Erkrankungen assoziiert sind.

  • Longevity-Faktor: Erhöhte Sirtuinaktivität steht in Tiermodellen mit verlängerter Lebens- und Gesundheitsspanne in Zusammenhang.

Spermidin

Definition
Spermidin ist eine natürlich vorkommende Polyaminverbindung, die in allen lebenden Zellen vorkommt. Sie entsteht sowohl im Körper selbst als auch über die Nahrung und spielt eine zentrale Rolle bei Zellwachstum, Regeneration und Autophagie.


Bedeutung
Spermidin aktiviert zelluläre Reinigungsprozesse, insbesondere die Autophagie, durch Hemmung des Enzyms Acetyltransferase und Beeinflussung der mTOR- und Sirtuin-Signalwege.
Dadurch werden beschädigte Zellbestandteile abgebaut, was die Zellfunktion verbessert und die Energieeffizienz erhöht.
Mit zunehmendem Alter sinkt der körpereigene Spermidinspiegel, was mit einer reduzierten Autophagie-Aktivität und beschleunigter Zellalterung in Verbindung gebracht wird.
Erhöhte Zufuhr über Lebensmittel wie Weizenkeime, Sojabohnen, Pilze, reifen Käse oder Hülsenfrüchte kann die zelluläre Reinigung und Regeneration unterstützen.
In Humanstudien deuten sich positive Effekte auf Herz-Kreislauf-Gesundheit, Gedächtnisleistung und Langlebigkeit an, wobei die genauen Mechanismen weiter erforscht werden.


Key Facts

  • Funktion: Aktiviert Autophagie und unterstützt Zellregeneration

  • Signalwege: Beeinflusst mTOR- und Sirtuin-System

  • Vorkommen: Weizenkeime, Soja, Pilze, reifer Käse, Hülsenfrüchte

  • Abnahme: Konzentration sinkt mit zunehmendem Alter

  • Longevity-Aspekt: Fördert Zellverjüngung und verlängert Gesundheitsspanne

Stammzellen

Definition
Stammzellen sind undifferenzierte Zellen, die sich teilen und in verschiedene Zelltypen entwickeln können. Sie bilden die Grundlage für Wachstum, Regeneration und Gewebeerneuerung im gesamten Körper.


Bedeutung
Es gibt verschiedene Arten von Stammzellen – embryonale, adulte und induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen).
Im Laufe des Lebens nimmt ihre Teilungsfähigkeit und Regenerationskraft ab, was zur Alterung von Geweben beiträgt.
Stammzellalterung wird durch Faktoren wie DNA-Schäden, Entzündungen, epigenetische Veränderungen und Stoffwechselstörungen beeinflusst.
In der Longevity-Forschung wird untersucht, wie sich die Funktion dieser Zellen durch Ernährung, Schlaf, Bewegung und pharmakologische Ansätze wie NAD⁺-Vorstufen oder senolytische Therapien verbessern lässt.


Key Facts

  • Funktion: Grundlage von Wachstum und Gewebereparatur

  • Arten: Embryonale, adulte und induzierte pluripotente Stammzellen

  • Alterung: Verlust der Regenerationsfähigkeit im Laufe der Zeit

  • Faktoren: DNA-Schäden, Entzündungen, epigenetische Veränderungen

  • Longevity-Aspekt: Erhalt der Stammzellfunktion verlängert Regenerationspotenzial und Gesundheitsspanne

Stressresilienz

Definition
Stressresilienz beschreibt die Fähigkeit des Körpers und Geistes, auf Belastungen flexibel zu reagieren und nach Stresssituationen rasch wieder in ein Gleichgewicht zurückzukehren.


Bedeutung
Sie hängt eng mit der Regulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse) und dem Gleichgewicht von Stresshormonen wie Cortisol zusammen.
Chronischer Stress führt zu erhöhtem oxidativem und entzündlichem Stress, was Alterungsprozesse beschleunigen kann.
Resiliente Personen zeigen eine effizientere Anpassung an Belastungen und eine geringere Ausschüttung stressbedingter Botenstoffe.
Faktoren wie ausreichend Schlaf, körperliche Aktivität, soziale Bindungen, Meditation und eine nährstoffreiche Ernährung stärken diese Fähigkeit messbar.


Key Facts

  • Bedeutung: Anpassungsfähigkeit an psychische und körperliche Belastung

  • Mechanismus: Regulation über HPA-Achse und Cortisolhaushalt

  • Risiken: Chronischer Stress beschleunigt Zellalterung

  • Förderung: Schlaf, Bewegung, Achtsamkeit, soziale Kontakte

  • Longevity-Aspekt: Resilienz schützt vor Entzündungsalterung und Stress-bedingtem Zellverfall

Hinweis


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Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.

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