LEXiVIE
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Longevity Glossar
B
Zentrale Fachbegriffe aus Longevity, Gesundheit und Wissenschaft
Hinweis
Das LEXiVIE Longevity-Glossar dient der allgemeinen Information und der verständlichen Einordnung wissenschaftlicher und gesundheitsbezogener Begriffe.
Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.
Das Glossar wächst fortlaufend und wird regelmäßig aktualisiert.
So bleiben Sie mit den neuesten Erkenntnissen der Longevity - Wissenschaft verbunden.
Weitere Details finden Sie im Disclaimer des LEXiVIE Longevity-Glossars.
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Biogenese
Biomarker
Biorhytmus
Blut-Hirn-Schranke
Biogenese
Definition
Biogenese bezeichnet den Prozess, durch den lebende Organismen, Zellen oder Zellbestandteile aus bereits existierendem Leben entstehen. Der Begriff steht im Gegensatz zur „Abiogenese“, also der hypothetischen Entstehung von Leben aus unbelebter Materie. Auf zellulärer Ebene beschreibt Biogenese die Bildung und Neubildung funktioneller Strukturen wie Mitochondrien, Peroxisomen oder Proteine.
Bedeutung
Die Biogenese ist ein fundamentaler Mechanismus biologischer Kontinuität – sie gewährleistet, dass Zellen ihre Bestandteile kontinuierlich erneuern, instand halten und an Umweltreize anpassen können.
In der modernen Zellbiologie bezieht sich der Begriff häufig auf Mitochondrien-Biogenese, also die Bildung neuer Mitochondrien aus bestehenden. Dieser Prozess wird über Signalwege wie AMPK, Sirtuine und PGC-1α reguliert und reagiert empfindlich auf Energiezustand, Bewegung und Nährstoffverfügbarkeit.
Eine effiziente Biogenese sichert die Energieproduktion, unterstützt die zelluläre Regeneration und wirkt einem altersbedingten Funktionsverlust entgegen. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich dieser Prozess, was zu Energieineffizienz, mitochondrialem Stress und erhöhter Anfälligkeit für degenerative Erkrankungen führen kann.
In der Longevity-Forschung gilt die Förderung der Biogenese – etwa durch Bewegung, intermittierendes Fasten oder Kältereize – als Schlüsselstrategie, um Stoffwechsel- und Zellgesundheit langfristig zu erhalten.
Key Facts
Zellneubildung: Beschreibt die Entstehung lebender Strukturen aus bestehenden Zellen oder Organellen.
Mitochondrien-Biogenese: Wird durch AMPK-, Sirtuin- und PGC-1α-Signalwege gesteuert.
Energieeffizienz: Erneuerte Mitochondrien steigern die ATP-Produktion und Zellleistung.
Alterungsprozess: Abnehmende Biogenese gilt als Marker für zelluläre Alterung.
Longevity-Faktor: Bewegung, Fasten und thermische Reize fördern zelluläre Regeneration und Energiehaushalt.
Biomarker
Definition
Biomarker sind messbare biologische Merkmale, die Auskunft über physiologische oder pathologische Zustände geben. Sie können Moleküle, Zellen, Enzyme oder Stoffwechselprodukte sein, die in Körperflüssigkeiten oder Geweben nachgewiesen werden. In der Longevity-Forschung dienen sie dazu, biologische Alterungsprozesse, Krankheitsrisiken und Therapieeffekte objektiv zu erfassen.
Bedeutung
Biomarker sind zentrale Werkzeuge der modernen Präzisionsmedizin. Sie ermöglichen es, funktionelle Veränderungen im Körper frühzeitig zu erkennen – oft noch bevor Symptome auftreten.
Klassische Biomarker sind etwa Blutzucker, Lipidprofile oder Entzündungsmarker wie CRP. In der Longevity-Forschung werden zunehmend epigenetische Marker, metabolische Signaturen und Proteom-Profile untersucht, um das biologische Alter messbar zu machen.
Besonders relevant sind Epigenetik Clocks (z. B. Horvath- oder GrimAge-Clock), die den Zustand der DNA-Methylierung analysieren. Auch Marker für mitochondriale Funktion, Entzündungsstatus oder NAD⁺-Spiegel gewinnen an Bedeutung.
Ein umfassendes Verständnis von Biomarkern erlaubt eine personalisierte Prävention und unterstützt Strategien, um die Gesundheitsspanne gezielt zu verlängern.
Key Facts
Definition: Messbare biologische Signale für Gesundheit, Alterung oder Krankheit.
Anwendung: Diagnostik, Therapie-Monitoring und präventive Medizin.
Arten: Molekular, metabolisch, genetisch, epigenetisch oder proteomisch.
Longevity-Relevanz: Ermöglichen die Bestimmung des biologischen Alters und den Erfolg von Interventionen.
Forschung: Kombinierte Markerprofile (Multi-Omics) liefern tiefere Einblicke in individuelle Alterungsprozesse.
Biorhytmus
Definition
Der Biorhythmus beschreibt die Gesamtheit aller wiederkehrenden biologischen Rhythmen im Organismus. Diese natürlichen Zeitmuster steuern körperliche, hormonelle und zelluläre Prozesse und reichen von Sekunden- bis zu Jahreszyklen. Sie ermöglichen eine präzise Anpassung innerer Vorgänge an äußere Umweltbedingungen.
Bedeutung
Biorhythmen sind die Grundlage der inneren Zeitorganisation des Körpers. Sie koordinieren physiologische Prozesse wie Schlaf, Verdauung, Stoffwechsel, Körpertemperatur, Herzfrequenz oder Fortpflanzung und sorgen dafür, dass Energieaufnahme, Aktivität und Regeneration im Gleichgewicht bleiben.
Man unterscheidet drei Haupttypen biologischer Rhythmen:
Ultradiane Rhythmen: kürzer als 24 Stunden (z. B. Atemfrequenz, REM-Schlafzyklen)
Zirkadiane Rhythmen: etwa 24 Stunden, gesteuert durch Licht und Dunkelheit
Infradiane Rhythmen: länger als 24 Stunden (z. B. Menstruationszyklus, saisonale Veränderungen)
Damit umfasst der Biorhythmus das gesamte Spektrum biologischer Zeitsteuerung.
Störungen dieser Rhythmen – etwa durch Schichtarbeit, Schlafmangel oder Dauerstress – führen zu Fehlanpassungen auf zellulärer Ebene und gelten als Risikofaktor für Stoffwechselstörungen, kognitive Beeinträchtigungen und vorzeitige Alterungsprozesse.
Key Facts
Überbegriff: Umfasst alle wiederkehrenden biologischen Prozesse im Organismus.
Rhythmus-Typen: Ultradian, zirkadian und infradian.
Körperkoordination: Synchronisiert Energieverbrauch, Regeneration und Hormonaktivität.
Gesundheitsrelevanz: Störungen fördern metabolische Dysbalancen und Entzündungen.
Longevity-Bezug: Ein stabiler Biorhythmus unterstützt Zellreparatur, Energieeffizienz und langfristige Gesundheit.
Blut-Hirn-Schranke
Definition
Die Blut-Hirn-Schranke ist eine selektiv durchlässige Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem zentralen Nervensystem. Sie wird aus spezialisierten Endothelzellen, Tight Junctions und Stützzellen (Astrozyten, Perizyten) gebildet. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, das Gehirn vor toxischen Substanzen, Krankheitserregern und Schwankungen der Blutzusammensetzung zu schützen, während essenzielle Nährstoffe gezielt durchgelassen werden.
Bedeutung
Die Blut-Hirn-Schranke ist entscheidend für die Stabilität des neuronalen Milieus. Sie kontrolliert den Stoffaustausch, reguliert Ionenkonzentrationen und schützt empfindliche Nervenzellen vor Entzündungen und oxidativem Stress.
Mit zunehmendem Alter oder unter chronischer Belastung kann die Barrierefunktion geschwächt werden – etwa durch systemische Entzündungen, Hyperglykämie oder oxidativen Stress. Eine durchlässige Blut-Hirn-Schranke („Leaky BBB“) wird mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und multipler Sklerose in Verbindung gebracht.
Forschungsergebnisse zeigen, dass Bewegung, eine polyphenolreiche Ernährung, ausreichender Schlaf und vaskuläre Gesundheit den Erhalt der Barriere positiv beeinflussen. In der Longevity-Wissenschaft gilt sie daher als Schlüsselfaktor für kognitive Langlebigkeit und neuronale Regeneration.
Key Facts
Barrierefunktion: Trennt Blutkreislauf und Gehirn und schützt vor Schadstoffen.
Selektiver Transport: Lässt nur bestimmte Moleküle (z. B. Glukose, Aminosäuren) kontrolliert passieren.
Neuroprotektion: Bewahrt Nervenzellen vor Toxinen und Entzündungsmediatoren.
Alterungsaspekt: Mit zunehmendem Alter kann die Durchlässigkeit steigen.
Longevity-Bezug: Gesunde Gefäße, antioxidative Ernährung und Bewegung unterstützen die Integrität der Schranke.
Hinweis
Das LEXiVIE Longevity-Glossar dient der allgemeinen Information und der verständlichen Einordnung wissenschaftlicher und gesundheitsbezogener Begriffe.
Es stellt keine medizinische, diagnostische oder therapeutische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation qualifizierter Fachpersonen.
Das Glossar wächst fortlaufend und wird regelmäßig aktualisiert.
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